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Faszination Norwegen

Lofoten: Traum-Destination Reine

Meer oder Berge? Wander-, Angel- oder Kajaktour? Auf den Lofoten wird einem sicher nicht langweilig. Das beste Beispiel dafür ist das Fischerdorf Reine, Traumreiseziel für Outdoor-Begeisterte.

Lofoten - Inselgruppe im Norden Norwegens

Eine schmale Küstenstraße schlängelt sich durch bezaubernde Landschaft mit Meer zur Linken und Bergen zur Rechten. Ab und an ergänzt durch einspurige Brücken, die sich über die klaren Wasser der Fjorde spannen und so die einzelnen Eilande der Lofoten-Inselgruppe verbinden. Vorbei an kleineren Ortschaften mit rot-weiß gestrichenen Holzhäuschen und Booten, die sanft im Takt der Wellen schaukeln.

Auffällig sind die zahlreichen hölzernen Gestelle, die immer wieder in Gruppierungen am Rand der Siedlungen zu finden sind. Sie dienen in den Wintermonaten als Vorrichtung zum Trocknen von Fisch. Die Gipfel der hohen Bergkette im Hintergrund sind jetzt im Oktober bereits schneebedeckt.

Rot-weiße Fischerhütten am Meer mit Bergen im Hintergrund
Hamnøy Rorbuer in den Abendstunden

Reine auf den Lofoten

Keine zehn Kilometer vom Ende der Lofoten in einem Städtchen mit dem ebenso schlichten wie klangvollen Namen Å entfernt, liegt das Fischerdorf Reine an der dem Festland zugewandten Seite des nordnorwegischen Archipels. Der malerische Ort, mit gerade einmal rund 300 Einwohnern, dient vollkommen zurecht als häufig verwendetes Postkartenmotiv. Während Reine mit seinem nordländischen Charme im Sommer zahlreiche Touristen anzieht, lässt sich das Dorf jetzt in der Nebensaison, in der die Tage bereits merklich kürzer werden, beinahe als verschlafen bezeichnen.

Durch seine Abgeschiedenheit bietet der Ort gute Voraussetzungen zur Erholung in der Natur und eignet sich hervorragend für zahlreiche Unternehmungen. Das Outdoor-Magazin bezeichnet Reine gar als „Epizentrum für Outdoor-Aktivitäten“ auf dem Lofoten-Eiland Moskenesøy.

Wanderweg Reinebringen

Laufbegeisterte kommen hier definitiv auf ihre Kosten. Ein beliebter Einstieg in die wunderbare Wanderwelt der Lofoten ist der Reinebringen. Auch wenn die gut 1500 Stufen nicht zu unterschätzen sind, so kommt man dank ihnen doch auf jeden Fall nicht vom Weg ab. Hier und da lädt eine steinerne Bank zum Verweilen und Erholen der Beine ein. Und eine solche Einladung sollte man schon wegen des weiten Blicks zurück, über den bewaldeten Aufstieg, die langgezogene Brücke über den Djupfjord und den sich bis zum Horizont erstreckenden Ozean, nicht ausschlagen.

Die letzte Etappe des circa einstündigen Aufstiegs ist stufenlos, aber dennoch einfach begehbar. Ist auch diese gemeistert, erwartet einen ein fantastischer Blick über das im Meer ruhende Reine und die dahinterliegenden Inseln, Ortschaften und Berge. Sollten Energie- und Zeitkontingent noch nicht ausgeschöpft sein, bietet sich eine Fortsetzung der Wanderung entlang des Bergrückens in westlicher Richtung an.

In See stechen

Eine weitere beliebte Aktivität auf den Lofoten ist die Teilnahme an einer Kajaktour. Für Paddel-Unerfahrene sind Doppelkajaks zu empfehlen, die wesentlich stabiler im Wasser liegen, als ihre kleineren, mit nur einem Sitz ausgestatteten Verwandten. Fühlt es sich die ersten Minuten auch noch ungewohnt und unsicher an, gewöhnt man sich doch zügig an das Ausbalancieren der Wellen und erlangt eine gewisse Stabilität und somit Sicherheit.

Ausgerüstet mit Spritzwasserschutz und Schwimmweste besteht auf einer geguideten Tour mit einer Dauer von meist zwei bis drei Stunden die Möglichkeit, einen neuen Blickwinkel, nämlich den vom Wasser aus, zu gewinnen. So kann man sich dem Dorf, mit vielen auf Pfählen im Wasser stehenden Häusern, schwimmend nähern und die felsige Küste erkunden.

Angeln auf den Lofoten

Darüber hinaus sind dem Aktivurlauber-Herz mit Angeboten wie Surfen und Radfahren, Tauchen, Klettern und Angeln wirklich kaum Grenzen gesetzt. Letzteres ist, wenig erstaunlich, stark mit den Lofoten und ihren Bewohnern verbunden. Dies zeigt sich schon am obligatorischen Angelbedarf-Regal in jedem größeren Supermarkt. Die Fischerei stellt nach wie vor einen wichtigen Wirtschaftszweig dar, doch man muss keinen großen Fischkutter besitzen, um hier erfolgreich zu sein.

Sich in einer halben Stunde von der Küste aus spinnfischend sein Abendessen zu erangeln, ist in Reine durchaus realistisch. Sollen Großdorsch, Heilbutt oder Rotbarsch am Haken hängen, ist das Buchen einer Bootstour mit Guide, oder zumindest das Mieten eines geeigneten Motorbootes, jedoch unumgänglich. Auf Freunde der Fliegenfischerei warten kristallklare Bergseen mit Saiblingen. Gewässer, für die man im Gegensatz zum Meer allerdings eine Angelkarte benötigt.

Der beste Burger weit und breit

Sollte einem Petrus nicht gewogen sein, es an gutem Wetter, Zeit oder schlicht Motivation fehlen, muss man dennoch nicht auf den Genuss von frischem Fisch verzichten.

Imbiss im orangenen Rorbuer vor einer Bergkette
Den Lofoten-Burger gibts hier im gemütlichen Imbiss Anita´s Seafood auf Sakrisøy

„Der beste Ort auf den Lofoten, um eine Kleinigkeit zu essen“, urteilt motor.no über Anita´s Seafood. Nur eine Brücke von Reine entfernt, auf der Nachbarinsel Sakrisøy, befindet sich die Seafood-Bar mit integriertem Delikatessenladen, die besonders für ihren grandiosen Fischburger berühmt ist.

Die saftige Fischbulette, auf knackigem Salat liegend, in einem Burgerbrötchen aus der örtlichen Bäckerei befindlich, lässt sich durch verschiedene Toppings, wie Räucherlachs oder Shrimps, ergänzen. Wer mag, kann diesen Gaumenschmaus unter einem großen Leuchter, dessen uriger Lampenschirm aus getrockneten Fischen gefertigt wurde, sowie mit Panoramablick über den Reinefjord und auf die dahinter liegenden Berge genießen.

Unterkünfte in Reine

Wohl gesättigt und erschöpft nach einem Tag an der frischen Luft, und möglicherweise nach einem Absacker im Pub an der Bootsanlegestelle, kommt ein bequemes Bett genau richtig. Natürlich gibt es in Reine auch bezüglich der Unterkunft verschiedene Möglichkeiten. Am preisgünstigsten ist wohl das örtliche Bed & Breakfast, in welchem sowohl Zimmer als auch Apartments gebucht werden können. Zudem besteht die rustikalere Option, eine der charakteristischen roten, auf Pfählen ins Wasser gebauten Fischerhütten (Rorbuer genannt) zu mieten.

Darüber hinaus gibt es noch Catogården, ein kleines Familienhotel mit zehn einfachen aber sehr gemütlichen Zimmern, das gerade für Aktivurlauber die wohl praktischste Alternative darstellt. Denn nicht nur Kajaktouren werden von ausgebildeten Guides im Catogården-Team angeboten, auch ein Fitnessraum ist integriert und Gäste können an regelmäßig stattfindenden Yoga-Einheiten teilnehmen. Zudem kennt Hotelbesitzerin, Reine-Urgestein und ausgesprochene Frohnatur Runhild Olsen, den Ort und das Umland wie keine zweite und berät gerne im Hinblick auf die Planung von Tagestouren. Eine kleine Küche zum Selbstversorgen steht den Gästen schon zur Verfügung, für die kommende Saison soll ein integriertes Restaurant auch noch die letzten kulinarische Wünsche befriedigen. Im Außenbereich sind des Weiteren ein Pool und eine Sauna geplant, um die Wohlfühlatmosphäre zu komplettieren.

Spätherbst in Nordnorwegen

Die Atmosphäre, die die Natur hier im Spätherbst schafft, lässt sich zweifelsohne als bezaubernd beschreiben. In sämtlichen Rot- und Gelbtönen gefärbte Laubbaumwäldchen säumen Pfade und Seen. Und nicht nur die Gipfel der Berge sind schneebedeckt. Wer auf seiner Wanderung einige Höhenmeter bewältigt, findet sich schnell in strahlendweißer Umgebung wieder und kann oft die ersten leise knirschenden Fußstapfen im reflektierenden Neuschnee hinterlassen. Aufgrund des vom Sommer noch aufgewärmten Ozeans, fällt in den tieferliegenden Siedlungen an der Küste erst einige Zeit später Schnee. Am Waldesrand ist es zu dieser Zeit noch möglich, leckere Pilze zu finden. Vornehmlich Pfifferlinge sprießen dort mitunter zuhauf.

Es mag sich ebenfalls lohnen, die Augen gelegentlich etwas auf dem Meer verweilen zu lassen. Zugegeben, man braucht etwas Glück. Doch es kommt durchaus vor, dort buckelnd jagende Orcas zu erblicken. In diesem Fall kann es den Versuch wert sein, kurzfristig einen lokalen Kajakvermieter zu kontaktieren und auf dessen Spontanität zu hoffen, um sich paddelnd dem Spektakel zu nähern.

Magische Momente: Nordlichter am Himmel über Reine

Ein weiteres Phänomen, das ebenfalls zu dieser Jahreszeit stattfindet, für welches man den Blick jedoch nachts gen Himmel richten muss, sind die Nordlichter.

Es gibt wohl nicht viele Ereignisse, die sich derart surreal am Nachthimmel abspielen. Teils nur als grüner Schleier über den Bergen erkennbar, beginnen Nordlichter mit steigender Intensität wild zu flimmern und wechseln von kräftigem Grün zu strahlendem Violett. Spätestens an diesem Punkt, wenn die dunkle, sternenklare Nacht vom atemberaubenden Schauspiel tanzender bunter Nordlichter erhellt wird, ist die Faszination für diesen grandiosen Ort geweckt.

Polarlichter an Himmel über Reine
Magische Szenerie: Nordlichter über Reine

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